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Was ist Psychodrama?

 

Psychodrama ist einfach eine Art spontanes und kreatives Rollenspiel. Es folgt der Devise: Handeln ist oft besser als reden.

Konflikte und Problemsituationen vorzuspielen statt nur zu erzählen eröffnet ganz andere Möglichkeiten: Gefühle werden sichtbar, neue Lösungsschritte können im Probehandeln versucht werden. Acting out durch Psychodrama ist eine wunderbare und erfolgreiche Methode der Vergegenwärtigung vergangener Situationen und alter Muster, aber auch der lebendigen Vorwegnahme künftiger und neuer Handlungsmöglichkeiten. Trotzdem sind die Akteure konkret erfahrbar im Hier und Jetzt.

Wir nutzen Psychodrama-Techniken in der Gruppen- und Einzelarbeit, da sie sich zu den verschiedensten Themen und bereits für kurze Sequenzen als sehr wirksame Tools erwiesen haben .

Die Wurzeln des Psychodramas liegen griechischen Theater, dem man schon damals eine „reinigende" Wirkung („Katharsis“) nachgesagt hat. Systematisch entwickelt wurde das Psychodrama-Setting mit all seinen Techniken von dem Arzt und Psychologen Jacob Levy MORENO in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Ob mit seinem Studium des Rollenspiels der Kinder, mit seinem Stegreiftheater in Wien oder mit seinen therapeutischen und mit wissenschaftlichen Arbeiten nach der Emigration in die USA – Moreno machte Schule. In den 70er Jahren gewannen seine Konzepte zunehmend auch in Europa an Bedeutung und Anerkennung. Sie beeinflussten zum Beispiel die Gestalttherapie von Fritz PERLS oder die Transaktionsanalyse von Eric BERNE.

Heute sind Gruppendynamik, Soziometrie, Gruppentherapie und Teamcoaching ohne Morenos Ideen und ohne die darauf aufbauenden Arbeiten kaum vorstellbar. In der Theaterwelt greifen Pina BAUSCH und George TABORI ebenso auf Methoden des Psychodramas zurück wie das Living Theatre und andere freie Theatergruppen.

 

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